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Trotz Bedarf an Milliarden von Masken: Hannover lehnt Spende aus Türkei ab

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Obwohl in Deutschland händeringend Masken benötigt werden, hat Hannovers Regionspräsident eine Spende von 40.000 Gesichtsmasken aus der Türkei im letzten Moment abgelehnt. Der Grund: ideologisch motivierter „Protest“ vom Ex-Oberbürgermeister.

Hannovers Regionspräsidenten Hauke Jagau hat am Montag die Annahme von 40.000 Atemschutzmasken aus der Türkei verweigert. Die Spende sollte im Sinne einer Hilfskampagne im Kampf gegen das Coronavirus übergeben werden. Auch der türkeistämmige Oberbürgermeister Belit Onay sollte an der Übergabezeremonie teilnehmen.

Reger Protest, unter anderem vom früheren Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg, sorgten allerdings dafür, dass die Spenden-Initiative abgebrochen werden musste. „Von einem solchen Staat darf man keine Geschenke annehmen“, behauptete Schmalstieg und unterstellte: „Unter dem Deckmantel einer sozialen Hilfsmaßnahme versuchen die Türkei und die AKP-Vertreter von der wahren Lage in der Türkei abzulenken.“

Milliarden von Masken benötigt

Dabei ist Deutschland vor dem aktuellen Hintergrund der bundesweiten Kontaktbeschränkungen und Hygienevorschriften auf Mundschutz-Masken angewiesen. So sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier am 19. April: „Wenn wir allen Menschen in Deutschland das Arbeiten, Einkaufen und Busfahren mit Mundschutz ermöglichen möchten, brauchen wir zwischen acht und zwölf Milliarden Masken pro Jahr.“

Bislang ist Deutschland nicht in der Lage, die Nachfrage mittels einer heimischen Produktion zu stemmen. Erst in der zweiten Sommerhälfte des Jahres soll die Produktion im Inland hochgeschraubt werden, so Altmaier.

Masken abgelehnt – Schutzanzüge gekauft

Was in diesem Zusammenhang unberücksichtigt blieb, ist die Tatsache, dass bereits eine Kooperation mit Ankara besteht. Zuletzt wurden 200.000 Schutzanzüge aus der Türkei gekauft. Diese wurden in einem Behelfskrankenhaus in der Region dringend gebraucht.

„Im Zuge komplizierter Verhandlungen mit der türkischen Regierung, die über den Verkauf solcher Anzüge entscheidet, bat die Region schließlich den aus Neustadt stammenden Mustafa Erkan um Hilfe“, berichtete die „Hannoversche Zeitung“ am Montag. „Dieser knüpfte Kontakte zur Regierung und ermöglichte das Geschäft.“ Erkan ist ein ehemaliger Landtagspolitiker der SPD und inzwischen als Berater des türkischen Außenministeriums tätig.

Die Masken waren als besondere Geste der Völkerverständigung gedacht. Die Spenden sollten einen Beitrag zum Engagement der deutschen Behörden bei der Eindämmung der Pandemie leisten.


Mert Öztürkmen

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