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Regierungsstudie: Horrorszenario mit 58 Millionen Infizierten

Die Bundesregierung hat Wissenschaftler damit beauftragt, mehrere Szenarien zur Ausbreitung des Coronavirus auszuarbeiten. Im Fall der Fälle könnte es 58 Millionen Infizierte geben, eine Million Menschen würden bundesweit sterben.

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In einer vertraulichen Studie des Bundesinnenministeriums sind mehrere Szenarien zur Ausbreitung des Coronavirus ausgearbeitet worden. Nach einem „Spiegel“-Bericht von Freitag sei die Studie am 22. März auch dem Verteidigungsministerium und dem Bundeskanzleramt vorgelegt worden.

Unter dem Titel „Wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen“ haben demnach Wissenschaftler untersucht, welche Szenarien der Bundesrepublik im Umgang mit der Coronavirus-Epidemie bevorstehen könnten. Die von der Bundesregierung beauftragte Studie beschäftigt sich laut „Spiegel“ mit der Frage, wann aus einer Gesundheitskrise eine Staats- und Systemkrise werden könnte – und wie dies verhindert werden kann.

Bei dem Worst-Case-Szenario gehen die Wissenschaftler davon aus, dass mehr als Zweidrittel der Bevölkerung – 70 Prozent – mit dem Coronavirus infiziert sind. Es gäbe mehr als eine Millionen Todesopfer, mehr als 80 Prozent der Intensivpatienten hätten in Deutschland keinen Zugang zu medizinischer Versorgung in einem Krankenhaus. Dieses Szenario könnte laut der Studie eintreten, wenn der Staat gegen die Corona-Epidemie nur wenig unternimmt, beispielsweise nur Reiseeinschränkungen erlässt und Großveranstaltungen verbietet.

Optimistische Hochrechnung: eine Million Infizierte

Bei einem milderen Szenario zeichnen die Wissenschaftler laut „Spiegel“ ein Modell, wonach viel weniger Todesopfer zu verzeichnen wären. Etwa 12.000 Menschen würden bundesweit aufgrund des Coronavirus sterben, es gäbe insgesamt eine Million Infizierte. Zum Vergleich: Im Worst-Case-Szenario ist die Rede von rund 58 Millionen Infizierten.

Dieses optimistischere Modell würde sich nach den Berechnungen der Wissenschaftler erst dann realisieren, wenn der Staat mit härteren Maßnahmen die Corona-Ausbreitung unter Kontrolle bringt. Hierzu gehören umfangreiche Tests und strenge Isolationsvorschriften für Infizierte. Jedoch müssten hierfür die Testkapazitäten erheblich erweitert werden. In der Studie gehe man zunächst von einer Erhöhung der Testkapazitäten auf 100.000 pro Tag, wenige Wochen später auf 200.000 pro Tag aus. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums werden aktuell nur 200.000 Tests pro Woche in Deutschland durchgeführt.

Zudem könne die Effizienz der Tests nur gewährleistet werden, wenn Big Data und Location Tracking „längerfristig“ eingesetzt würden. All diese Prognosen des zweiten Modells könnten sich nur bewahrheiten, wenn Deutschland die strengen Maßnahmen zwei Monate lang durchziehen würde.

Der Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) habe sich zudem an einer Studie des Londoner Imperial College zu Interventionsmaßnahmen gegen Corona orientiert, berichtet der „Spiegel“ weiterhin. Darin seien effiziente Wege aufgezeigt, um erfolgreich mit Pandemien umzugehen.

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