Nachrichten aus aller Welt

Die Zerstörung der EU bleibt Farages Ziel

Sein eigentliches Lebenswerk hat er vollendet, am Freitag verlässt Großbritannien die EU. Doch nun beginnt für Nigel Farage ein neuer Kampf. Sein Ziel: Der Abriss der Europäischen Union.

0

Der Kampf für den Brexit war für Nigel Farage eine Lebensaufgabe. Diese Mission sieht der 55-Jährige mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU am kommenden Freitag als erfüllt an. Ruhe geben will der selbsterklärte Störenfried aber nicht. Er werde weiter an der Zerstörung der “anti-demokratischen” EU arbeiten, kündigte er an

EU bietet ihm die erhoffte Bühne

Ironischerweise war es die verhasste EU, die ihm zunächst die erhoffte Bühne bot. Das Verhältniswahlrecht der EU-Wahl ermöglichte Farage 1999 erstmals den Einzug ins Europaparlament. Bis zum Brexit blieb er ohne Unterbrechung EU-Parlamentsabgeordneter. Wie andere Rechtspopulisten auch sah er keinen Widerspruch darin, in Brüssel und Straßburg gut bezahlt gegen die EU-Institutionen zu hetzen.

2010 ergriff Farage die Ukip-Parteiführung und wurde bald zum Gesicht der Partei. Bei der Europawahl 2014 wurden die Nationalisten erstmals stärkste Kraft, was Farage die Ausrufung zum “Briten des Jahres 2014” durch die “Times” einbrachte.

Dass sein EU-Mandat ihm anfangs enorm half, seine Botschaft unters Volk zu bringen, bestreitet Farage nicht. “Aber dann wurde YouTube erfunden”, sagt er freimütig. Das Aufkommen der sozialen Medien habe vieles verändert.

Brexit-Referendum war sein Sieg

Bei der Bekanntgabe des Ergebnisses des Brexit-Referendums von 2016 hatte Farage Freudentränen in den Augen. Es war sein Sieg. Parteipolitisch trat er anschließend zunächst kürzer, reiste in die USA, um dort Präsidentschaftskandidat Donald Trump in seinem Wahlkampf zu unterstützen.

Die feststeckenden Verhandlungen über ein Austrittsabkommen Großbritanniens mit der EU riefen ihn erneut in Europa auf den Plan. Der Brexit wurde mehrmals verschoben. Die Opposition in Westminster liebäugelte mit einem weiteren Referendum – eine Aussicht, vor der er sich gefürchtet habe, gestand Farage nun ein. Im Frühjahr 2019 gründete er die Brexit-Partei, die bei der EU-Wahl im Mai stärkste Kraft wurde.

Bei der Unterhauswahl im vergangenen Dezember unterstützte Farage offen den harten Brexit-Kurs von Premierminister Boris Johnson. Am liebsten hätte er zwar einen “klaren Schnitt”, einen harten Brexit ohne Abkommen gehabt, sagt er. Aber Johnson sei auf dem richtigen Weg. Doch er kündigt auch an: “Wir werden die Regierung weiterhin überwachen.”

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentare
Lädt...

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen