Nachrichten aus aller Welt

Coronavirus-Epidemie versetzt Länder in Alarmbereitschaft

Von der Corona-Epidemie in Europa ist Italien am stärksten betroffen. Rom will nun mit drastischen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus ankämpfen. Auch andere Staaten tätigen Schritte gegen den Virus.

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In Italien ist ein vierter mit dem Coronavirus infizierter Patient gestorben. Der 84-Jährige sei in der Nacht in einem Krankenhaus der Lombardei gestorben, teilten die Gesundheitsbehörden am Montag mit. Nach Angaben des Präsidenten der Lombardei, Attilo Fontana, litt der Mann bereits an anderen Vorerkrankungen. Laut Fontana stieg die Zahl der Infizierten landesweit auf 165.

Italien hatte sich zuletzt zum größten Herd des neuartigen Virus in Europa entwickelt. Die meisten Fälle wurden in der norditalienischen Region Lombardei gemeldet, von dort stammen auch drei der vier Todesopfer. Seit dem ersten Todesfall am Freitag ergriffen die Behörden und die Regierung in Rom drastische Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus in den Griff zu bekommen.

Elf Ortschaften, zehn in der Lombardei und eine in Venetien, wurden abgeriegelt. Die Lombardei ist die am stärksten betroffene Region in Italien. Regionalpräsident Attilio Fontana sprach sich gegen Hamsterkäufe aus. „Der Wettlauf um Lebensmittel hat keinen Sinn. Die Lieferungen sind gesichert“, sagte er. Auf Fotos und Videos waren leer geräumte Regale in Supermärkten in Mailand zu sehen – und lange Schlangen an Kassen.

In der Lombardei wurden zehn Gemeinden in der Provinz Lodi – die südlich der Millionenmetropole Mailand liegt – zu Sperrzonen erklärt. Dort kontrollieren Sicherheitskräfte, wer rein und raus darf. Zudem wurde eine Gemeinde in Venetien abgeriegelt.

Der Karneval in Venedig wurde abgebrochen und Spiele der ersten Fußball-Liga abgesagt.

Österreich: Zwangsstopp von zwei Zügen auf der Brenner-Route

Aus Furcht vor Coronavirus-Infektionen sind zwei Züge auf der zentralen Brenner-Route zwischen Italien und Österreich am Sonntagabend gestoppt worden. Rund 500 Passagiere mussten stundenlang warten, bevor die Behörden in Österreich kurz vor Mitternacht grünes Licht für die Weiterfahrt gaben. Zu diesem Zeitpunkt waren laut Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) bereits alle Passagiere des Eurocitys (EC) 86 von Venedig nach München in den nachfolgenden EC 1288 ebenfalls mit dem Ziel München umgestiegen.

Die österreichischen Behörden hatten darauf bestanden, dass zwei Ärzte an Bord gehen. Ausgelöst wurde der Zwangsstopp durch zwei fiebernde Frauen an Bord, die aber nach Angaben des österreichischen Innenministeriums negativ auf das Virus getestet wurden. Die Bahnpassagiere waren während der Wartezeit von den ÖBB verpflegt worden.

Österreich: Zwei Züge in der Brenner-Route gestoppt 
Österreich: Zwei Züge in der Brenner-Route gestoppt  (DPA)

Die italienische staatliche Eisenbahngesellschaft hatte die ÖBB zuvor über die möglichen Fälle informiert. Bereits zu diesem Zeitpunkt war ein Teil des Zuges isoliert worden. Von der zeitweisen Sperre des Zugverkehrs über den Brenner war auch ein Fernzug von Nizza nach Moskau betroffen. Er wurde laut ÖBB über eine andere Route umgeleitet. Ein Regionalexpress aus Österreich in Richtung Italien kehrte am Abend um. Der Brenner ist die wichtigste Bahnstrecke von Italien nach Deutschland. Athen trifft erste vorbeugende Maßnahmen Nach der rasanten Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 in Italien traf auch Griechenland erste Maßnahmen. Unter anderem werden seit Montagmorgen die Besatzungen von Fähren, die zwischen Italien und Griechenland pendeln, informiert, welche vorbeugenden Maßnahmen getroffen werden müssen, damit mögliche Verdachtsfälle rasch isoliert werden. Dies berichtete am Montag der griechische Staatsrundfunk. Bereits am Vorabend hatte Athen alle künftigen Klassenfahrten nach Italien verboten. Die Schüler von zehn Schulen, die sich zurzeit in Italien befinden, sollten zurück nach Griechenland kommen, teilte das Ministerium mit. „Wir treffen alle diese Maßnahmen vorbeugend. Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung“, erklärte die griechische Bildungsministerin Niki Kerameos im griechischen Fernsehen Open am Montagmorgen. In Griechenland sind bislang keine Coronavirusfälle erfasst. Iran: Zwölf Tote durch Coronavirus Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Opfer im Iran stieg derweil auf 12. Das bestätigte Gesundheitsminister Saeid Namaki am Montag. Nach Angaben des Nachrichtenportals Khabar-Online sind insgesamt 47 Menschen positiv auf das Virus getestet worden. Dies bestätigte das Ministerium nicht.

Coronavirus - Iran
Coronavirus – Iran (DPA)

Erster Corona-Fall in Afghanistan Im Nachbarland Afghanistan wurde am Montag der erste Fall einer Erkrankung bestätigt. Er sei in der Provinz Herat im Westen des Landes aufgetreten, wie Gesundheitsminister Firusuddin Firus in einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz sagte. Herat grenzt an den Iran. Firus riet seinen Landsleuten dringend, nicht nach Herat oder aus Herat in andere Landesteile zu reisen. Afghanistan hat vorübergehend seine Grenze zum Iran geschlossen. Erste Fälle des Coronavirus in Bahrain und Kuwait Auch die beiden Staaten Bahrain und Kuwait auf der Arabischen Halbinsel bestätigten am Montag erste Fälle des Coronavirus. Das Gesundheitsministerium in Kuwait teilte mit, dass bei drei Menschen, die aus der iranischen Stadt Maschhad nach Kuwait zurückgekehrt seien, das Virus nachgewiesen worden sei. Auch bei dem Fall aus Bahrain handele es sich um eine Person, die aus dem Iran ins Land gekommen sei, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur BNA. Türkei: Schließt Grenzübergänge zum Iran Die Türkei hatte bereits am Sonntag ihre Grenzübergänge zum Iran geschlossen, um eine Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zu verhindern. Zudem dürften von 20 Uhr Ortszeit (18 Uhr MEZ) an keine Flüge aus dem Iran mehr in der Türkei landen, sagte Gesundheitsminister Fahrettin Koca. Dies gelte „vorübergehend“. In der Türkei selbst ist bislang kein Fall gemeldet worden. China sagt Sitzung des Nationalen Volkskongresses ab Wegen der Coronavirus-Epidemie verschiebt China die diesjährige Sitzung des Nationalen Volkskongresses. Über einen neuen Termin für das eigentlich im März geplante Treffen entscheide der Ständige Ausschuss des Politbüros der regierenden Kommunistischen Partei zu einem späteren Zeitpunkt, berichtete am Montag der Staatssender CCTV. Es ist demnach die erste Verschiebung des Volkskongresses seit der Kulturrevolution. Die Nationale Volkskongress tritt seit 35 Jahren immer im März zusammen. Die rund 3000 Delegierten versammeln sich in der Großen Halle des Volkes in Peking. Die nächste zehntägige Sitzung hätte eigentlich am 5. März beginnen sollen.

Coronavirus - China
Coronavirus – China (DPA)

In der Volksrepublik haben sich inzwischen mehr als 77.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, mehr als 2500 Menschen starben dort bislang an den Folgen der Erkrankung. Es wird vermutet, dass der Erreger auf einem Markt in der zentralchinesischen Millionenstadt Wuhan von einem Wildtier auf den Menschen übergegangen ist. Der Ständige Ausschuss des Politbüros beriet deshalb bei seiner Sitzung am Montag auch darüber, den Handel mit Wildtieren zu verbieten, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

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